{"id":384,"date":"2011-07-27T17:10:32","date_gmt":"2011-07-27T15:10:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ruckh.org\/travel\/?p=384"},"modified":"2012-10-24T06:31:01","modified_gmt":"2012-10-24T04:31:01","slug":"grose-mauer-im-nebel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ruckh.org\/travel\/2011\/07\/grose-mauer-im-nebel\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Mauer im Nebel"},"content":{"rendered":"<p>Das sch\u00f6nste St\u00fcck der Transsib w\u00e4ren die letzten 300km nach Peking, durch beeindruckendes Gebirge sowie entlang und durch die Chinesische Mauer, hie\u00df es. Wegen ausgebuchter Direktz\u00fcge hatten wir extra Zwischenstop in Jining gemacht um tags\u00fcber und mit dem Zug den besten Blick zu haben.<\/p>\n<p>Weiss war allerdings die dominierende Farbe beim Blick aus dem Zugfenster gewesen (die Diskussion, ob Nebel oder Hauptstadtsmog sollte uns noch mehrere Tage begleiten). Die Blicke aus dem Zug auf den Jahrtausende alten chinesischen Schutzwall gegen mongolische Angriffe aus dem Norden waren dennoch beeindruckend. Mystisch tauchten die massiven Mauern und die auf dominanten H\u00f6hen errichteten Wacht\u00fcrmen im Dunst auf. Die gewagte Linienf\u00fchrung durch die steile Berglandschaft mit ihren vielen engen T\u00e4lern war beeindruckend, und wir wollten unbedingt noch direkt ran an die Mauer. Auf gute Empfehlung hatten wir uns vorgenommen, die weniger bekannte Route von Jinshaling nach Simatai auf der Mauer entlang zu wandern; und durch den Haupttouristenort Badaling waren wir ja im Zug gefahren. <\/p>\n<p>Ein Bus brachte uns von Peking aus etwa die halbe Strecke in die gew\u00fcnschte Richtung, den Rest wollten wir per Taxi machen. An der Haltestelle tummelten sich auch schon mehrere Taxifahrer ohne Lizenz. Da der Preis (ca 30\u20ac) uns viel zu hoch war, fragten wir andere Fahrer und spielten auf Zeit. Die wollten uns erstaunlicherweise aber nicht mitnehmen: Man gab uns zu verstehen, dass die Fahrer untereinander eine Reihenfolge (und sicher auch einen Preis) abgesprochen hatten, in der sie die Touristen &#8218;bedienten&#8216; und wir sollten mit unserem Fahrer gehen. Als mit dem n\u00e4chsten Bus zwei weitere Touristen ankamen wurde es heiter. Wir wollten zu viert fahren um Geld zu sparen, aber keiner der Fahrer wollte uns alle vier mitnehmen. Als der andere Fahrer den &#8222;Pakt&#8220; brach und uns ein Angebot f\u00fcr vier Leute machte, packte uns unser Fahrer am Arm und wollte im wahrsten Sinne des Wortes mit aller Kraft verhindern, dass wir zusammen beim Fahrer der Belgier einstiegen. Als er panisch zu schreien begann, mit den Armen ziellos aber extrem agressiv in unsere Richtung schlug, aber keiner der chinesischen Passanten Anstalten machte zu helfen, fl\u00fcchteten wir zu seinem Kontrahenten ins Auto und waren froh einen weniger j\u00e4hzornigen Chinesen gefunden zu haben. Nicht mal in Russland, wo wir aufgrund mancher Geschichten von polnischen und lettisch-russischen Freunden Gewaltt\u00e4tigkeit erwartet hatten, waren uns solch agresssive Menschen begegnet. Aber bei manchen Chinesen scheint die Hemmschwelle Leute anzubr\u00fcllen und aggressiv zu werden etwas niedriger zu liegen. Auch am Fahrkartenschalter in Peking war uns am Tag danach noch so jemand begegnet, der in allen Tonh\u00f6hen, die seine Stimmb\u00e4nder hergaben, die Beamtin anbr\u00fcllte und dabei heftig gegen das Schalterglas schlug. Die Aufkl\u00e4rungsvideos in der U-Bahn, die mit unterhaltsamen Comics erkl\u00e4ren man soll nicht auf die Ticketautomaten eintreten, scheinen ihre Bewandnis zu haben. Die Mehrheit der Chinesen haben wir dennoch als extrem freundlich erlebt.<\/p>\n<p>Die Mauer jedenfalls war wieder im Nebel und das gesamte Tal nach Simatai wegen einer Gro\u00dfbaustelle geschlossen. Wir mussten uns also mit einer kleineren Tour von Jinshaling bis zur Autobahn zufriedengeben, wo uns der Fahrer freundlicherweise abholte, aber daf\u00fcr hatten wir die Mauer fast komplett f\u00fcr uns alleine. Wie steil die Mauer wirklich hoch und runter geht, haben wir vorher auf Fotos nicht wirklich verstanden, umso mehr beeindruckt waren wir, als wir auf allen Vieren die hohen Stufen hochkletterten, das letzte Hemd in Schweiss getr\u00e4nkt. Die Mauer zieht sich im Slalom \u00fcber die steilsten H\u00fcgel und wird von den renovierten Stellen nahe der &#8218;Seilbahn&#8216; aus, in Richtung Simatai immer echter bis zu einem verwittert-bauf\u00e4lligen Zustand. Auf den Fotos versinkt die Mauer nach wenigen hundert Metern im Nebel, aber wir wissen jetzt wie&#8217;s dahinter weitergeht. Wie weit mich die Salomon-Schuhe aus dem Familien-Schuhhaus in Ludwigsburg bereits getragen haben ;-)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-113809.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-113809.jpg\" alt=\"20110807-113809.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-113855.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-113855.jpg\" alt=\"20110807-113855.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-113939.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-113939.jpg\" alt=\"20110807-113939.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-114212.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110807-114212.jpg\" alt=\"20110807-114212.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/?flattrss_redirect&amp;id=384&amp;md5=fcced436c6165acd2e10ad9293a01199\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/ruckh.org\/travel\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sch\u00f6nste St\u00fcck der Transsib w\u00e4ren die letzten 300km nach Peking, durch beeindruckendes Gebirge sowie entlang und durch die Chinesische Mauer, hie\u00df es. 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